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FC Sans Papiers

Der FC Sans Papiers wurde ins Leben gerufen, um jugendlichen, männlichen Asylwerbern in Österreich, einen Platz und eine Gemeinschaft in der Gesellschaft zu geben. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein bisschen Sportbegabung und Interesse an Fußball. So steht der Fußball-Sport nicht immer im Vordergrund des Geschehens. Doch Aggressionen und Ängste aus dem Asylalltag müssen bei den Trainings und Matches mit den Team-Kollegen neuen Herausforderungen weichen. Das Team ist seit jeher kulturell sehr bunt besetzt: Afghanen, Pakistanis, Marokkaner, Algerier, Kongolesen, Angolaner, Kenianer, Nigerianer, Togolesen, Deutsche, Österreicher usw. sind gezwungen ihre Religion, Herkunft und Nationalität hintenanzustellen, wenn es ums Tore schießen geht!

Die andere große Herausforderung sind immer die gegnerischen Teams. Der FC Sans Papiers praktiziert Fußball als antirassistisches Projekt, weil die Begegnungen am Fußballplatz zum Abbau von Vorurteilen und Diskriminierung beitragen.

 

Welchen gesellschaftspolitischen Zweck hat das Projekt erfüllt?

Integration braucht inklusive Räume wie den FC Sans Papiers, wo sich junge Menschen unterschiedlicher Herkunft und Gesellschaftsschichten kennenlernen. Die Durchmischung regt das Individuum an, sein eigenes Verhalten, die eigenen erlernten Normen und Gebote zu reflektieren. Leider werden Menschen afrikanischer Herkunft in Österreich wieder generalverurteilt. Während man sie früher als Drogendealer wahrnahm, werden sie heute medial als Asylbetrüger markiert. Konkret regt die Gemeinschaft des FC Sans Papiers die Spieler dazu an, ihr Leben positiv zu gestalten und sich von Kriminalität und Betrug fernzuhalten.

Eine wesentliche neue Stütze sind die ehemaligen Spieler des Sans Papiers, die den Club als ihre erweiterte Familie betrachten. Sie sind nicht nur individuelle Ansprechpersonen für die jungen Spieler, sondern sorgen auch für Gemeinschaft und Zusammenkünfte zu speziellen Anlässen mit afrikanischem Essen und Trinken. Oft kommen die österreichischen Freundinnen und Freunde zu den Matches an den Wochenenden. Die Familien und langjährigen Unterstützer des FC Sans Papier helfen mit, den Fußball-Club in der Liga weiterzubringen und glänzen mit viel Anwesenheit bei den Matches.

 

Der FC Sans Papiers hält zurzeit zwei Teams (Team A und Team B); das sind insgesamt über 50 aktive, registrierte Spieler beim WFV. Die Spieler sind zwischen 17 und 40 Jahren alt und stammen zurzeit aus 13 Nationen (Ghana, Nigeria, Liberia, Marokko, Tunesien, Guinea, Gambia, Äthiopien, Kenia, Benin, DR Kongo, Angola, Afghanistan, Elfenbeinküste). Alle Spieler aus Team A und Team B sind über Asyl nach Österreich gekommen.

Die ehemaligen Spieler, die mittlerweile einen gesicherten Aufenthaltsstatus in Österreich haben, durchliefen einst die gleiche Prozedur wie die Spieler heute. Der Club war für sie eine Gemeinschaft in einer ihnen fremden Aufnahmegesellschaft, die viel Ressentiments gegen sie hat. Heute gehören sie als - Platzwarte, Ordner, Organisation, Kapitän - zum fixen „Staff“ des Teams.

 

Der Club bietet ihnen und ihren Freunden keine spezielle psychosoziale Betreuung, sondern einen Ausgleich für Stress, Exklusion und Chancenlosigkeit im Alltag als jugendliche Asylwerber in Wien.

 

Junge Afrikaner, die Mitglieder des Teams sind, identifizieren sich selbst als Fußball-Spieler! Sie haben daher ein komplexeres Selbstbildnis und nehmen ein durch inkorrekte „Labels“ wie Wirtschaftsflüchtling und Armutsmigrant konterminiertes Selbstverständnis nicht an.

Den Spielern wurde stets vermittelt, dass sie alle Menschen sind, die spezielle Fähigkeiten mitgebracht haben, die sie zum Wohle der Aufnahmegesellschaft einsetzen sollen. Gleichgewicht und Verständigung muss jenseits der sprachlichen Kommunikation am Rasen bewiesen werden.

 

Der neuen politischen Lage in Österreich zum Trotz hat die Zivilgesellschaft durch ihre Unterstützung des Projekts Solidarität mit diesen Jugendlichen gezeigt! 

 

Der FC Sans Papiers ist nicht schlicht ein Integrationsprojekt. Der Club hat eine starke Symbolwirkung auch unter Nicht-Fußball-Fans. Dies wird besonders in Krisenzeiten deutlich!

 

„SOLIDARITÉ AVEC LES SANS PAPIERS!“ der Ruf der Solidaritätsbewegung der Papierlosen, der auch zum Slogan des 2003 in Wien gegründeten Fußball-Teams wurde, zeigte bereits im Jahr 2010, dass er Kraft und Wirkung besitzt, als hunderte Demonstrant*innen gegen die Verhaftung des gesamten Teams des FC Sans Papiers durch über 100 Polizisten auf die Straße gingen.

Comic-PDF.

 

Die Hauptbotschaft des FC Sans Papiers ist immer die Solidarität – vor allem mit anderen, denen es momentan schlechter gehen mag als einem selbst.

 

Above all – we should not forget: No human is alien on this earth and / or illegal. 'A paper' doesn't make a man.

 

Gründer und Konzept: Dr. Di-Tutu Bukasa

 

Vorstand:
Kontakt:

GAP - „Gemeinnützigkeit und Anteilsscheine statt Prekariat“

Close The GAP!

Wer in Armut lebt, lebt nicht in Würde! Das Projekt wird ZeitungsverkäuferInnen bei akuten Anforderungen (Rechnungen, Schule der Kinder) und in schweren Zeiten (Gesundheitsprobleme, Geriatrie) unterstützen. Projektstart: Herbst 2020